Lord Brandon's Cottage
Das südliche Ende des Gap of Dunloe, wo die Bergstraße am Upper Lake endet und die offenen Boote nach Killarney ablegen. Es gibt ein Teehaus, einen Parkplatz und sonst kaum etwas, und genau das ist der Reiz.
Lord Brandon's Cottage ist der Ort, an dem das Gap of Dunloe aufhört, eine Straße zu sein, und zur Bootsfahrt wird. Es liegt am Kopf des Upper Lake im Killarney National Park, elf Kilometer Bergstraße südlich von Kate Kearney's Cottage, und ist für die meisten Besucher eher die Halbzeit der klassischen Gap-Überquerung als ein Ziel für sich.
Eine Verwechslung sollte man gleich ausräumen. Das Cottage, nach dem der Ort heißt, ist eine Ruine, ein kurzes Stück westlich des Parkplatzes, und viel steht davon nicht mehr. Das Gebäude, das alle eigentlich meinen, ist das Teehaus am Bootsanleger. Viele Reiseberichte werfen beides zusammen und lassen dich ein Cottage erwarten, das du betreten kannst.

Die Boote sind der Grund, warum die meisten hier sind. Sie fahren vom Anleger den Upper Lake hinunter, durch die gewundene Long Range und über Lough Leane bis zum Ross Castle vor Killarney, und das ist eine der großen Fahrten in diesem Teil Irlands. In der Gegenrichtung setzt dich das Boot hier ab und du gehst oder radelst über das Gap zurück. Beides funktioniert; die Boote sind offen, das Wetter entscheidet also, wie es sich anfühlt.
Ohne Boot herzukommen will überlegt sein. Wanderer und Radfahrer kommen von Kate Kearney's über das Gap, das ist der übliche Weg. Mit dem Auto fährst du gar nicht durch das Gap: Du näherst dich von Süden, biegst an der N71 bei Moll's Gap ab und folgst der schmalen Straße durch das Black Valley. Das ist eine lange, langsame Fahrt auf einer über weite Strecken einspurigen Straße, und im Sommer begegnest du dort Radfahrern.

Das Teehaus hat Tee, Kaffee, Suppe und Sandwiches, und es nimmt nur Bargeld. Das ist wichtiger, als es klingt, denn zwischen hier und Kate Kearney's Cottage wird nichts verkauft, und an keinem der beiden Enden gibt es einen Geldautomaten. Es gibt Toiletten und einen Parkplatz, und der Kerry Way führt vorbei, sodass an einem beliebigen Morgen auf den Bänken Tagesausflügler auf ein Boot warten und Weitwanderer sitzen, die aus den Bergen heruntergekommen sind.
Zum Namen: Die Familie Crosbie trug den Titel Baron Brandon, und von ihr stammt er. Es gibt eine viel erzählte lokale Geschichte, ein Lord Brandon habe seine Frau hier im Turm eingesperrt, je nach Erzähler in Varianten. Belegt ist ein Gerichtsverfahren: 1829 verklagte Lord Brandon den damaligen Chief Secretary for Ireland und späteren ersten Premierminister Königin Victorias, Lord Melbourne, wegen Ehebruchs mit Lady Brandon. Die Times berichtete im November darüber, die Klage wurde mangels Beweisen abgewiesen. Ob irgendetwas davon an genau dieser Stelle geschah, kann offenbar niemand belegen.
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