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Die Geschichte von Muckross House und dem Anwesen

Die Geschichte von Muckross House und dem Anwesen

Muckross House ist das große viktorianische Herrenhaus von Killarney, und die geläufige Fassung seiner Geschichte lautet, die Herberts hätten sich für den Besuch Königin Victorias im Jahr 1861 ruiniert, in der Hoffnung auf einen Adelstitel, der nie kam.

Das ist eine gute Geschichte. Sie ist bestenfalls ein Drittel der Wahrheit, und die belegte Fassung ist besser als die Legende. Die Herberts saßen zweihundert Jahre in Muckross, bevor die Königin eintraf. Sie bauten hier vier Häuser, nicht eines. Ihr Geld kam aus einer Kupfermine unter dem See. Und verloren wurde das Gut in den 1890er Jahren an eine schottische Versicherungsgesellschaft, in einem langsamen, gut dokumentierten Zusammenbruch, der weit mehr mit einer Scheidung, einem gescheiterten Ölgeschäft in Ungarn und einer Konkursverwalter-Rente von fünfundsiebzig Pfund im Jahr zu tun hatte als mit drei Nächten königlicher Gastfreundschaft.

Die Herberts kommen an

Die Familie stammte aus Wales. Thomas Herbert aus Montgomery traf 1656 in Castleisland ein, bestellt zum Gutsverwalter seines Vetters, des dritten Lord Castleisland, und ließ sich in Kilcow westlich der Stadt nieder. 1659 war er High Sheriff von Kerry.

Sein Sohn Edward, ebenfalls High Sheriff, pachtete die Ländereien um Muckross von den MacCarthys, die dieses Land seit Jahrhunderten hielten. Ob dieser Edward oder sein gleichnamiger Sohn als Erster wirklich in Muckross lebte, ist nicht sicher; jedenfalls wohnte die Familie in den 1730er Jahren hier, und sie besaß den Ort nicht. Sie waren Pächter auf MacCarthy-Land.

Das änderte sich 1770, als das Gut Muckross beim Tod eines MacCarthy-Verwandten an die Herberts fiel. Aus den Pächtern waren die Grundherren geworden.

Vier Häuser, nicht eines

Das Haus, das man heute besichtigt, ist das vierte Herbert-Haus in Muckross, und die drei früheren korrigieren jeden Eindruck ungebrochener Pracht.

Das erste stand irgendwo auf der Halbinsel von Muckross, und seine genaue Lage ist verloren. Was eine seiner Bewohnerinnen davon hielt, wissen wir. 1735 schrieb Edward Herberts Frau Frances an ihren Bruder, Lord Kenmare, beklagte sich über ihre Behausung und nannte sie eine traurige Hütte. Sie hoffte, Edward werde etwas Angemesseneres bauen, um ihren Bruder darin zu empfangen. Getan hat er es offenbar nie. Fast dreißig Jahre später, 1764, verortete der Reisende John Bush das Haus noch immer auf der Halbinsel, nach Westen gewandt, mit dem Muckross Lake und dem Mangerton im Rücken und dem Lough Leane davor.

Muckross House & Gardens
Foto: Emmett.Hume (CC BY-SA 3.0)

Das zweite entstand zwischen Bushs Besuch 1764 und dem Arthur Youngs 1776, und seine Fundamente sind rund 500 Meter nördlich des heutigen Hauses noch zu sehen. Bewundert wurde auch dieses nicht. Daniel Beaufort nannte es 1788 ein höchst ärmliches und baufälliges Gebäude, lobte aber die Halle, gepflastert mit dem roten und weißen Marmor aus den Brüchen des Gutes, und vermerkte die Gemälde an den Wänden. 1805 räumte John Carr ein, es sei behaglich, aber schlecht gelegen. 1807 fand Isaac Weld die Bausubstanz alt und sichtlich eines Architekten bedürftig.

Das dritte war Torc Cottage, eigentlich "Turk-forest Lodge", erbaut am Fuß des Torc-Berges von jenem Henry Arthur Herbert, der von 1806 bis 1813 Abgeordneter für Kerry war. Carr schrieb, es scheine im gewaltigen Schatten des Berges zu frösteln, und das ist der beste Satz, den je jemand über ein Haus in Kerry geschrieben hat.

Das vierte ist Muckross House.

Kupfer unter dem See

Das Geld, das all dies möglich machte, kam aus dem Boden.

Auf der Halbinsel von Muckross lagen Kupfergruben, und Mitte des 18. Jahrhunderts waren sie ungeheuer ergiebig. Das zwischen 1749 und 1754 geförderte Erz war rund 30.000 Pfund wert, eine damals gewaltige Summe. Charles Smith schrieb 1756, wenige Gruben in Europa hätten je so viel Erz geliefert wie die jüngst bei Muckross entdeckte. John Bush beschrieb die Baue 1764 als ungeheuer tief und merkte an, sie seien weit unter den See hinaus vorgetrieben worden. Zwischen 1785 und 1818 wurde erneut abgebaut.

Thomas Herbert, der 1770 erbte und als erster Herbert Muckross tatsächlich besaß, steckte das Geld in Verbesserungen. Arthur Young kam 1776 und hielt es genau fest: 140 Acres urbar gemacht aus Land voller Felsen, Steine, Brombeeren und Stechginster; Moor entwässert; Kartoffeln in Hochbeeten gezogen, eine Methode, deren Verurteilung durch englische Autoren Thomas verblüffte; eine der wenigen Schafherden der Gegend. Thomas baute auch eine drei Meilen lange Straße über die Halbinsel hinaus nach Dinis, vorbei an einem Bruch, der grünen, roten, weißen und braunen Marmor lieferte, sowie die malerische Brickeen Bridge, die die Halbinsel bis heute mit Brickeen Island verbindet.

Der Bau von Muckross House, 1839 bis 1843

Das heutige Haus wurde 1839 begonnen und 1843 vollendet, für Colonel Henry Arthur Herbert (1815-1866) und seine Frau Mary Balfour.

Muckross House & Gardens
Foto: ArnoutVos (CC BY-SA 3.0)

Der Architekt war der Schotte William Burn, einer der meistbeschäftigten Landhausarchitekten seiner Zeit, und die schottische Verbindung reichte über die Baupläne hinaus. Viele der Handwerker, die Muckross bauten, waren vermutlich Schotten, die zuvor an Whittinghame gearbeitet hatten, dem Stammsitz der Familie Mary Balfours in East Lothian. Dafür gibt es seit Kurzem einen Beleg von denkbar gewöhnlicher Art: Ein Elektriker fand im Dachraum über dem Junggesellenflügel eine auf einen Kehlbalken gemalte Inschrift mit den Initialen eines Malers aus Edinburgh, der 1844 im Haus beschäftigt war.

Bei Mary Balfour Herbert lohnt ein Innehalten. Sie war eine überaus produktive und wirklich versierte Aquarellistin, und ihre Bilder von Muckross und den Seen aus den 1860er Jahren gehören heute zu den besten bildlichen Zeugnissen des Gutes, wie die Herberts es kannten. Über ihre Familie war sie zudem die Tante von Arthur Balfour, dem späteren Premierminister, und von Gerald Balfour, der Chief Secretary for Ireland werden sollte. Ihr Mann war von 1847 bis zu seinem Tod Abgeordneter für Kerry und 1857/58 selbst Chief Secretary for Ireland.

Der Besuch der Königin, 1861

1861 wurde angekündigt, Königin Victoria werde Killarney besuchen und ihren Aufenthalt zwischen Killarney House, dem Sitz des Earl of Kenmare, und Muckross teilen.

Der Überlieferung nach bereiteten sich die Herberts fünf Jahre darauf vor. Das Haus wurde umfassend neu ausgestattet und dekoriert. Die Gärten wurden eigens mit spätsommer blühenden Sträuchern und Blumen neu bepflanzt, damit sie in der letzten Augustwoche in bester Verfassung wären, und neue Wege und Aussichtspunkte wurden angelegt. Die für diesen Anlass bestellte Polsterung der Esszimmerfenster hängt bis heute an diesen Fenstern und wurde nur zur Ausbesserung abgenommen, was sie zu einem der bemerkenswertesten erhaltenen Stücke des Hauses macht.

Die Königin reiste mit Prinz Albert, dem Prince of Wales, Prinz Alfred sowie den Prinzessinnen Alice und Helena an. Die Nacht auf Montag, den 26. August, verbrachte sie bei den Kenmares, die beiden folgenden in Muckross. Am Morgen des 29. August, vor der Abreise um die Mittagszeit, besuchte sie Muckross Abbey und nahm Efeuableger mit nach Hause.

Also: Hat der Besuch die Herberts ruiniert? Die Ausgaben waren real und die Vorbereitung aufwendig. Doch das Gut fiel erst siebenunddreißig Jahre später, und die belegten Gründe dafür sind ganz anderer Art. Auch der Adelstitel ist Überlieferung. Was die Quellen bewahren, ist eine spitze Umkehrung davon: Als die Pächter die Familie 1896 ansprachen, das Gut längst an die Gläubiger verloren, wünschten sie dem Erben eine Braut, die würdig sei, den Namen Herbert fortzuführen - einen Namen, höher als eine Peerage.

Das Kreuz, das einen Buchstaben verlor

Colonel Herbert starb am 26. Februar 1866, und zu seinem Gedenken wurden zwei keltische Kreuze errichtet. Seine Witwe Mary ließ eines vor der Kirche in Cloghereen aufstellen. Das andere wurde auf dem Friedhof von Killegy oberhalb von Muckross von den Hauptpächtern des Gutes errichtet.

Das Killegy-Kreuz ist das große, es steht auf einer Anhöhe mit Blick über Muckross und die Berge, und seine Inschrift hält fest, dass seine Pächterschaft es errichtete, um ihr Empfinden für seine Tugend und ihre Trauer über seinen Verlust zu bezeugen.

Seine Tugend. Singular. Beide veröffentlichten Abschriften des Steins lesen es so.

Die örtliche Überlieferung besagt, so sei es nicht gemeißelt worden. Das Wort habe im Plural gestanden, und das s sei später entfernt worden - sodass ein von Pächtern für die vielen Tugenden eines Gutsherrn errichtetes Denkmal stillschweigend auf die Behauptung heruntergekürzt wurde, er habe genau eine besessen.

Gedruckt belegt haben wir diese Änderung nicht gefunden, und sie sollte als Überlieferung gelten, nicht als gesicherte Tatsache. Doch es ist eine Überlieferung, die den Stein auf ihrer Seite hat: Was der Steinmetz auch zuerst geschlagen haben mag, auf dem Kreuz steht heute der Singular. Und sie passt genau zu einem Denkmal, das Pächter eines Kerry-Gutes aus der Hungersnotzeit bezahlten, wo eine Begrüßungsadresse ein Kompliment und einen Stachel im selben Satz tragen konnte.

Colonel Herberts Sohn Harry und dessen Sohn liegen in der Familiengruft auf demselben Friedhof.

Harry Herbert und der Verlust von Muckross

Henry Arthur Herbert der Jüngere - Harry - erbte mit sechsundzwanzig und heiratete am 30. Oktober 1866 die achtzehnjährige Emily Julia Charlotte Keane. Die Pächter zündeten auf dem Dorfanger von Cloghereen ein Freudenfeuer an, um das Paar von der Hochzeitsreise zu begrüßen. Drei Kinder kamen in Muckross zur Welt.

Die Ehe war ein Desaster. Als der Maler John Butler Yeats 1873 mit Emilys Porträt beauftragt wurde, hielt er fest, das Paar streite wie Kinder, und fällte über seine Gastgeber ein Urteil, das nicht besser geworden ist: Er hielt die Herberts für Barbaren und sagte, sie und ihre Gäste benähmen sich wie Tiere. Harry und Emily ließen sich 1882 scheiden; Harry warf Emily Ehebruch mit einem Leutnant der Herefordshire Militia vor - höchstwahrscheinlich eine gestellte Anschuldigung, denn so kam man unter dem Matrimonial Causes Act von 1857 zu einer Scheidung.

Da war das Gut bereits an die Standard Life Assurance Company of Scotland verpfändet, und Harry ging nach Amerika, um sein Vermögen zu retten. Was folgte, ist ein Verzeichnis gescheiterter Unternehmungen. Eine Gesellschaft zur Ölsuche in Ungarn 1881. Der Versuch, 1883 eine amerikanische Erbin zu heiraten, der misslang. Der Versuch, Emily 1888 erneut zu heiraten, der ebenfalls misslang. Beteiligungen an Papierherstellung und Töpfereien, irgendeine Verbindung zur Wall Street und der Plan, auf dem Gut Muckross Garnrollen zu fertigen.

Unterdessen wurde das Gut selbst schrittweise zerlegt:

  • 1887. Ein französischer Besucher, Baron de Mandat-Grancey, fand Muckross als belastetes, von den Gläubigern gepfändetes Gut vor und berichtete, Henry Arthur Herbert arbeite als Schreiber in einer New Yorker Anwaltskanzlei. Er hielt auch fest, wovon die Wege und die Dachschiefer des Hauses bezahlt wurden: von Schillingen, die ein alter Mann einsammelte, der Reisenden Geld dafür abnahm, ihnen die Geschichte von Muckross Abbey zu erzählen.
  • 1889. Eine Versteigerung des Inventars wurde ausgeschrieben - Porzellan, eine Bibliothek von fast 3.000 Bänden, das Mobiliar von Salon, Esszimmer und besten Schlafzimmern - und in letzter Minute abgewendet.
  • Dezember 1890. Der Konkursverwalter bewilligte Harry aus sämtlichen Pachteinnahmen des Gutes ein Einkommen von 75 Pfund im Jahr.
  • 1891. Muckross House wurde für zwölf Monate an einen Captain the Hon. A. Greville vermietet. Eine Besucherin bemerkte in jenem Jahr, der Eigentümer sei in Amerika und versuche, sein Vermögen zu retten.
  • 1893. Harry überschrieb das Gut seinem Sohn Henry Arthur Keane Herbert.
  • 1896. Die Herberts schuldeten Lord Greville 40.000 Pfund. Auf das Mobiliar in Muckross wurde ein Sicherungsübereignungsvertrag genommen.
  • 1897. Standard Life verweigerte jede weitere Kreditvergabe.
  • 1. Februar 1898. Standard Life beschloss, das gesamte Herbert-Gut samt Haus und Park zu übernehmen. Die Übertragung wurde am 15. März vollzogen. Bis zum 27. November waren die landwirtschaftlichen Flächen an die früheren Herbert-Pächter verkauft.

Die Herberts waren hundertsechzig Jahre in Muckross gewesen. Es zu verlieren, dauerte zehn.

Die Versteigerung von 1899

Muckross House und Park kamen am 21. November 1899 in Dublin unter den Hammer, und ungeheure Menschenmengen kamen, um zuzusehen. Eine Zeitung nannte es beinahe eine politische Versammlung; die Presse Irlands, Englands und Amerikas war zugegen.

Das Gebot begann bei 35.000 Pfund und stieg rasch auf 40.000, woraufhin zwei der fünf Bieter ausstiegen. Mühsam kroch es auf 49.000. Ein Dubliner Anwalt bot zögernd 50.000, worauf die Anwälte der Verkäufer erklärten, zu diesem Preis könnten sie den Besitz nicht abgeben, selbst 51.000 boten und die Versteigerung vertagten. Ein Lokalblatt meldete mit einem Wortspiel auf das Killarney-Lied, die Bieter hätten die Flügel gefaltet und ruhten.

Acht Tage später, am 29. November, wurde bekannt gegeben, dass Lord Ardilaun Muckross für 60.000 Pfund erworben hatte. Ardilaun gehörte zur Familie Guinness und war ein prominenter irischer Unionist; seine Frau Olivia war eine Nichte jenes Henry Arthur Herbert, der das Haus gebaut hatte. Der Verkauf wurde als das bedeutendste Geschäft von nationalem und historischem Gewicht in jenem Jahrhundert bezeichnet und als das Nächstbeste dazu, Killarney der Nation geschenkt zu bekommen.

Die Erleichterung war allgemein und offen politisch. Der Stadtrat von Killarney verabschiedete eine Entschließung, in der er einen Adligen willkommen hieß, dessen öffentliche Bilanz dafür bürge, dass die Menschen hier von der künftigen Verwaltung des Gutes nichts zu befürchten hätten. Das Board of Guardians verabschiedete eine ähnliche. Lord Kenmare schrieb, er sei in jeder Hinsicht dankbar, öffentlich wie privat. Gerald Balfour, damals Chief Secretary und ein Neffe Mary Herberts, schrieb Ardilaun, trotz vieler politischer Differenzen freue ihn dieser Kauf.

Dann kamen die Ardilauns kaum. Sie verbrachten sehr wenig Zeit in Muckross und verkauften es 1911 erneut.

Ein amerikanisches Hochzeitsgeschenk, 1911

Käufer war William Bowers Bourn, ein wohlhabender Kalifornier. Er und seine Frau Agnes schenkten Muckross ihrer Tochter Maud und deren Mann Arthur Rose Vincent zur Hochzeit.

Die Vincents gaben viel aus und gaben es gut aus; die Gärten, wie man sie heute sieht, sind im Wesentlichen ihr Werk. 1911 entstanden Gewächshäuser, die das Haus mit Trauben, Nektarinen und Schnittblumen versorgten. Der versenkte Garten wurde von Wallace and Co. aus Colchester entworfen und 1915 von Cashman's aus Cork angelegt. Ein Parterre, eine formale Terrasse, ein Steingarten und ein Bachgarten folgten. Zwischen 1911 und 1932 steckten die Vincents sehr große Summen in den Ort, und etliche der von Arthur Vincent eingeführten Bewirtschaftungsweisen überdauerten ihn auf dem Gut.

Das Geschenk, 1932

Maud Bourn Vincent starb 1929, noch jung. Zu ihrem Gedenken entschieden Arthur Vincent und seine Schwiegereltern, Muckross zu übergeben.

Das Haus, die Gärten und rund 11.000 Acres wurden dem irischen Volk als Bourn Vincent Memorial Park übereignet, der am 1. Januar 1933 entstand und Irlands erster Nationalpark wurde - der Kern dessen, was heute der Killarney-Nationalpark ist.

Arthur Rose Vincent lebte bis 1956 und liegt in Killegy begraben, auf dem Hügel über dem Gut, das er verschenkt hat. Der örtliche Witz lieferte zwei Erklärungen für die Überlieferung, er habe stehend bestattet werden wollen: damit er weiter über Muckross blicken könne, oder damit ihm nichts aus den Taschen falle.

Dreißig Jahre leeres Haus

Nun der Teil, der die Leute überrascht: Danach stand das Haus drei Jahrzehnte lang geschlossen. Der Park war das Geschenk; das Herrenhaus in seiner Mitte war schlicht zugesperrt.

Geöffnet wurde es durch örtliche Initiative. 1964 machte sich ein ehrenamtlicher Ausschuss in Killarney daran, aus Muckross House ein Volkskundemuseum zu machen, und die Begeisterung war verblüffend. Bei der öffentlichen Versammlung, die den Stand der Dinge berichten sollte, mussten vor der Halle Lautsprecher aufgebaut werden für die Menge, die keinen Einlass fand, und es hieß, praktisch jede Familie der Stadt Killarney sei vertreten gewesen. Der Ausschuss holte sich Hilfe vom Nationalmuseum, von der Irish Folklore Commission, von An Taisce sowie von den Mitarbeitern von St Fagans in Wales und des Museum of English Rural Life in Reading.

Dr. Jim Ryan, der Finanzminister, willigte ein, das Haus öffnen zu lassen - für einen Versuchszeitraum von vier Monaten.

Die Vorbereitungen liefen im Eiltempo. Fünfzig Drucke des alten Killarney aus dem Besitz von Dr. Frank M. Hilliard, der erster Vorsitzender der Trustees wurde, wurden für eine Ausstellung hergerichtet, dazu achtzig Fotografien des Board of Works. Der Killarneyer Zweig der Irish Countrywomen's Association möblierte einen Raum. Sieben Aquarelle von Mary Balfour Herbert wurden in dem Haus aufgehängt, das sie hatte bauen lassen. Der hintere Zugang wurde für Autos verbreitert, Strom in den Keller gelegt, Dr. Hilliard schrieb das Geschichtsheft, und der Eintritt für Erwachsene wurde auf zwei Shilling und Sixpence festgesetzt.

Als erste Fremdenführerinnen wurden Schulmädchen aus dem Ort angestellt. Mary Quille, Anne Maguire und Mary Cronin sind als die ersten drei überliefert.

Eine Einzelheit jenes Sommers verdient es, behalten zu werden. Manche Beamte zögerten, damit zu werben, dass Königin Victoria in einem der Schlafzimmer genächtigt hatte, und so beschloss man, ihr Zimmer als "das Gästezimmer für wichtige Besucher" zu bezeichnen. Der Bericht der Trustees nennt das ein interessantes Schlaglicht auf jene Zeit, was milde ausgedrückt ist: 1964 war die verkäuflichste Tatsache über das Haus jene, die niemand gedruckt sehen wollte.

Muckross House wurde am 14. Juni 1964 für das Publikum geöffnet, gesegnet vom örtlichen Administrator, vor etwa 5.000 Menschen und mit irischem Tanz auf dem Rasen im Anschluss. In den sechzehn Wochen jener ersten Saison kamen 19.500 Menschen aus 48 Ländern. Sechsundvierzig Prozent von ihnen waren Iren.

Der Ausschuss legte Dr. Ryan diese Zahlen vor, und er gewährte einen Zehnjahresvertrag unter der Bedingung, sich als Gesellschaft einzutragen. Die Trustees of Muckross House (Killarney) wurden im Mai 1965 gegründet, und Edmund "Ned" Myers wurde Ende jenes Jahres erster hauptamtlicher Verwalter, ein Amt, das er bis zu seinem Tod 1986 innehatte. Die Handwerksateliers, die Forschungsbibliothek und schließlich die 1993 eröffneten Traditional Farms gingen alle aus den Absichten jenes ersten Ausschusses hervor.

Geführt wird das Haus heute vom National Parks and Wildlife Service in Partnerschaft mit den Trustees, und es ist inzwischen länger für das Publikum geöffnet, als die Herberts darin gewohnt haben.

Muckross heute besuchen

Praktische Angaben - Öffnungszeiten, Eintritt, die Führung durch das Haus, die Gärten, die Traditional Farms und das Parken - stehen auf der Seite zu Muckross House and Gardens, und das Gut ist auf der Ring-of-Kerry-Karte eingezeichnet.

Wer diese Geschichte lieber abgeht als liest, findet sie an vier Orten des Gutes. Muckross Abbey liegt zehn Minuten durch den Wald und hat eine eigene lange Geschichte. Die Fundamente des zweiten Herbert-Hauses liegen ein paar hundert Meter nördlich des heutigen. Die Brickeen Bridge an Thomas Herberts Straße nach Dinis trägt bis heute Wanderer und Radfahrer. Und der Friedhof von Killegy, oberhalb des alten Dorfes Cloghereen an der N71, birgt die Herbert-Gruft, Arthur Vincents Grab und das Kreuz mit dem fehlenden Buchstaben.

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